Teilprojekt 02 in SPP 2357: Jüdisches Kulturerbe: ‚Jewish Heritage Community Resilience': Interdependenzen von Kulturerbe und Resilienz in Krisen, Kriegen und Katastrophen
Projektstatus: laufend Drittmittelprojekt
Der neuere Diskurs in den Critical Heritage Studies, diskutiert Kulturerbe nicht nur als etwas Schützenswertes und Wertvolles, sondern betont, dass die Debatten um dieses überhaupt erst durch seine Gefährdung entstehen. Das Projekt fragt somit danach, 1) wie jüdisches Kulturerbe – die natürliche archäologische Zerstörung miteinschließend – langfristig bewahrt wird und 2) wie jüdisches Kulturerbe in Israel und der Diaspora nachhaltig die gemeinschaftliche Resilienz stärken kann. Die Teilprojekte untersuchen dabei unterschiedliche Aspekte des jüdischen Kulturerbes und dessen Rolle in der Resilienzbildung. Sie haben gemeinsam, dass sie sich mit der Bewahrung, Nachhaltigkeit und dem Schutz jüdischen Kulturerbes unter Berücksichtigung der Resilienz, sowohl im materiellen als auch im immateriellen Sinne, befassen. Dabei wird jeweils die Bedeutung dieses Erbes für die kulturelle Identität und die Fähigkeit zur Krisenbewältigung in der israelischen Gesellschaft analysiert. Der Antrag verbindet zum ersten Mal Perspektiven aus der Musikethnologie, der Theologie/Archäologie sowie der Katastrophensoziologie, um die jeweilige Bedeutung des Kulturerbes für die kulturelle Identität und die Fähigkeit zur Krisenbewältigung in der israelischen Gesellschaft zu analysieren. Ziel ist es, Herausforderungen zu prognostizieren und Potenziale zu identifizieren, die das jüdische Kulturerbe für die gemeinschaftliche Resilienz in Israel entwickeln kann. Diese interdisziplinäre Forschung entwickelt Methoden zur digitalen Konservierung, analysiert die Bedeutung kultureller Praktiken wie des kollektiven Singens und integriert diese Erkenntnisse in umfassende Katastrophenschutzstrategien. Durch die Synergie der Teilprojekte werden neue Erkenntnisse zur Rolle von jüdischem Kulturerbe in der Krisenbewältigung und Identitätsbildung hervorgebracht. Die Relevanz des Projekts wird durch den Mangel an Wissen über die konkreten Zusammenhänge von jüdischem Kulturerbe, Resilienz, Katastrophenschutz und damit der Zukunftsfähigkeit (Nachhaltigkeit) jüdischer Gemeinschaften unterstrichen.
Laufzeit
01.07.2025 - 30.06.2028
Schlagwörter
Empirische Sozialforschung
Ethnologie und Europäische Ethnologie
Evangelische Theologie
Verbund/Partnerorganisation
Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover; Freie Universität Berlin